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Zur Geschichte des Index theologicus

 

Die Datenbank Index theologicus (IxTheo) informiert zuverlässig und umfassend über neue und neueste unselbständig erschienene theologische und religionswissenschaftliche Literatur aus aller Welt. Ihre Grundlage ist die Literatur, die die Universitätsbibliothek Tübingen im Rahmen ihrer Sondersammelgebiete Theologie sowie Allgemeine und Vergleichende Religionswissenschaft im Auftrag und mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erwirbt. Dazu gehören unter anderm etwa 2000 laufend gehaltene Zeitschriften, drei Viertel davon aus dem Ausland. Auch Festschriften und Kongreßschriften der genannten Fachgebiete werden intensiv gesammelt.

Zu den Aufgaben einer Sondersammelgebietsbibliothek gehört neben dem Sammeln von Literatur vornehmlich die aktive Information darüber. Schon früh ist die UB Tübingen dieser Aufgabe in exemplarischer Weise nachgekommen. So gibt sie bereits seit 1973 monatlich erscheinende Listen der neu erworbenen Monographien zur Theologie und Allgemeinen Religionswissenschaft heraus.

1975 wurde der Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie (ZID) begründet. Er war in erster Linie ein Current-Contents-Dienst, der die Inhaltsverzeichnisse der wichtigsten im Sondersammelgebiet gehaltenen Zeitschriften abdruckte. Seine Lektüre vermittelte einen raschen Überblick über die neueste theologische und religionswissenschaftliche Zeitschriftenliteratur. Jährlich und fünfjährlich kumulierende Register der Autoren, der Personenschlagwörter und der in den angezeigten Aufsätzen behandelten biblischen Texte verliehen dem ZID Eigenschaften einer laufenden Bibliographie, die auch für die retrospektive Recherche durchaus geeignet war. Zwei Jahrzehnte lang hat der ZID sein äußeres Gesicht kaum verändert. Von der Substanz her hat er sich jedoch ständig fortentwickelt. So ist die Zahl der ausgewerteten Zeitschriften stetig angestiegen, wird doch in der UB Tübingen der theologisch-religionswissenschaftliche Zeitschriftenmarkt beständig überwacht und jede neu erworbene Zeitschrift auf ihre Eignung für die Anzeige im ZID überprüft. Im Laufe seines Erscheinens hat sich der ZID eine große Zahl von Freunden in aller Welt erworben. Er ist aus der Landschaft der theologisch-religionswissenschaftlichen Bibliographie und Information nicht mehr wegzudenken.

Das Jahr 1995 bedeutete eine Zäsur in der Geschichte des ZID. Augenfällig wird diese zunächst in einer völlig neuen Gestalt der gedruckten Hefte, die bis Ende 2000 monatlich erschienen, seit Anfang 1997 allerdings ohne die gewohnten Register. Sie wurden seitdem nicht mehr im Klebeumbruchverfahren hergestellt, sondern aus einer Datenbank erzeugt, die seit etwa Mitte 1994 konsequent aufgebaut wird. An die Seite der Druckversion trat 1998 die abermals erheblich aktuellere Präsentation der Current-Awareness-Komponente des ZID im Internet, die jene mit Beginn des Jahres 2001 abgelöst hat.

Die Datenbank weist vornehmlich die Dokumentbeschreibungen nach, die in den gedruckten ZID-Heften ab Jahrgang 21 (1995) wiedergegeben werden. Darüber hinaus werden die in den älteren, noch konventionell hergestellten Heften enthaltenen bibliographischen Angaben sukzessive in der Datenbank erfaßt.

Seit Mitte 1995 wurde diese Datenbank auch direkt vertrieben. Während ihrer kurzen Geschichte hat sie nicht nur ein ansehnliches Volumen erreicht, sondern auch zahlreiche Bezieher in aller Welt gewonnen. Sie wächst monatlich um durchschnittlich 2000 Dokumentnachweise, davon zwei Drittel rezente Aufsätze, der Rest Retrokatalogisate aus den konventionell hergestellten Heften. Laufend ausgewertet werden gegenwärtig weit über 600 Zeitschriften. Hinzu kommen ausgewählte Festschriften mit Erscheinungsjahr ab 1995 und Kongreßschriften ab 1999. Der Inhalt der ausgewerteten Quellen wird nahezu vollständig dokumentiert. Ausgenommen sind lediglich Rezensionen - umfangreiche Rezensionsartikel werden jedoch dokumentiert - sowie in der Regel erbauliche und belletristische Texte (Predigten, Meditationen, Gedichte) und Kurzberichte über Kongresse. - Mit Erscheinungsjahr 2001 wurde die Datenbank umbenannt zu "Index theologicus (IxTheo)".

 

Die Datenbank Index theologicus ist keine statische Größe. Dies gilt nicht nur für ihr Nachweisvolumen, das ständig wächst, sondern ebenso für die Qualität der Erschließung, die sich ständig verbessert hat. Folge davon ist, daß in der Datenbank mehrere Schichten von Literaturnachweisen deutlich voneinander zu unterscheiden sind: Den retrospektiv maschinenlesbar erfaßten Titelnachweisen aus dem gedruckten ZID alten Typs kann man anmerken, daß ihre Quelle eine Current-Contents-Liste ist. So ist zum Beispiel in der Regel nur die Seite angegeben, auf der ein Aufsatz beginnt, nicht die bibliographisch korrekte Seitenzählung. Sachliche Erschließung erstreckt sich hier in der Regel nur auf die Vergabe von Personenschlagwörtern sowie von Textschlagwörtern über biblische und parabiblische Texte. Dennoch sind diese Minimalnachweise eine wichtige Quelle der bibliographischen Recherche, weshalb die Retroerfassung im Rahmen des Möglichen fortgesetzt wird.

 

Einen deutlichen Sprung nach vorn markieren die Beschreibungen rezenter Dokumente, die seit Mai 1995 erfaßt worden sind. Sie sind sämtlich - zusätzlich zu der Erschließung durch Personen- und Textschlagwörter - klassifikatorisch erschlossen: mittels einer Grobklassifikation mit verbaler Einstiegsmöglichkeit, die es z. B. erlaubt, Literatur zu einer bestimmten theologischen Disziplin oder einem weiten Themenbereich zu ermitteln.

Weitere Qualitätsverbesserungen sind sukzessive hinzugekommen. So wird in den seit Dezember 1995 erfaßten Beschreibungen rezenter Aufsätze die volle bibliographische Seitenzählung angegeben. Seit März 1996 werden die bibliographischen Daten nicht mehr - wie bis zu jenem Zeitpunkt - nach dem Inhaltsverzeichnis der Quelle, sondern nach der Formulierung in der eigentlichen Titelei des Aufsatzes erfaßt.

Ebenfalls seit März 1996 werden Beschreibungen rezenter Dokumente - zusätzlich zu den bisherigen Erschließungskomponenten - durch enge Schlagwörter auf der Basis der Schlagwortnormdatei (SWD) erschlossen. Damit erfüllt die Datenbank Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie - jedenfalls in ihren neueren Schichten - alle Ansprüche an eine umfassende Sacherschließung.

 

War die Datenbank in den ersten zweieinhalb Jahren ihres Bestehens ausschließlich als installierbarer Diskettensatz vertrieben worden, so machte ihr starkes quantitatives Wachstum bald die Wahl eines adäquateren Speichermediums, der CD-ROM, notwendig. Von 1997 bis 2001 vertrieb die UB Tübingen die CD-ROM direkt; von 2002 bis 2006 erschien sie im Tübinger Verlag Mohr Siebeck, der der Universitätsbibliothek freundschaftlich verbunden ist. Seit 2007 steht die Datenbank ausschließlich online zur Verfügung; auf besonderen Wunsch kann sie jedoch auch als einzeln angefertigte CD-R geliefert werden.

 

Die Datenbank hätte nicht entstehen können ohne mannigfache Hilfe, die dem verantwortlichen Redakteur aus Ferne und Nähe zuteil geworden ist oder noch wird und für die er auch an dieser Stelle Dank sagen möchte:

 

·       Allen voran der Deutschen Bischofskonferenz, die seit 1998 die theologische Dokumentation bei der Universitätsbibliothek Tübingen finanziell unterstützt. Dieser Förderung ist zu verdanken, daß eine solide Basis für die theologisch-dokumentarische Arbeit geschaffen werden konnte. Mit ihrem Engagement ist die Katholische Kirche in die Bresche gesprungen für eine kurzsichtige staatliche Informationspolitik, die einem großen Fach des Wissenschaftskanons die notwendige dokumentarische Infrastruktur versagt hat und der das vorzeitige Ende des so hoffnungsvoll begonnenen Projekts THEODOK (1980/1981) anzulasten ist;

 

·       der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die der UB Tübingen nicht nur die umfassende Erwerbung theologisch-religionswissenschaftlicher Literatur ermöglicht, sondern auch die Planungs- und Aufbauphase dieser Datenbank finanziell gefördert hat;

 

·       der allegro-Entwicklungsabteilung bei der Universitätsbibliothek Braunschweig, deren Software die Datenbank nutzt, und deren Chef, Herrn Bernhard Eversberg, für seine stete Hilfsbereitschaft;

 

·       Frau Gudrun Zimmermann (UB Tübingen), die mich (im Jahre 1994) die ersten Schritte eigenen kreativen Umgangs mit allegro lehrte, nachdem sie zuvor ein Grundgerüst der Parametrierung erstellt hatte;

 

·       Herrn Dr. Thomas Riplinger (UB Tübingen) für Mitarbeit beim Aufbau der Klassifikation;

 

·       den (derzeitigen und früheren) Angehörigen des IxTheo-Teams Cornelia Grotz, Dr. Christian Herrmann, Martina Kellmeyer, Susanne Schanbacher und Dr. Thomas Riplinger für ihr stetes Engagement beim Aufbau der Datenbank. Glücklich der »Vorgesetzte«, der solche Mitarbeiter/innen hat!

 

·       den studentischen Hilfskräften, die im Lauf der Jahre an der Datenbankerstellung mitgearbeitet haben, in alphabetischer Reihenfolge: Karen Annemaier, Sonja Dobler, Manuela Hils, Wiebke Johannsen, Verena Lenkner, Martin Nehr, Martin Roeder,  Beate Schulze und Christine Weber für die oft entsagungsvolle, gewissenhafte und engagierte Arbeit der Dateneingabe.

 

Tübingen, im Januar 2007                                                                                    

Der Redakteur der Datenbank